Traumskitouren in den Schweizer Bergen - Saisonhöhepunkt der Skitourengruppe im Prättigau

07. April 2019

Als Höhepunkt der diesjährigen Tourensaison des Skiclubs war die sogenannte Engadiner Haute Route geplant. Es sollte eine fünftägige Alpenquerung werden, die seinen Anfang am Julierpass hat.

Extreme Schneefälle von bis zu eineinhalb Metern in den Bergen rund um St. Moritz machten jedoch wegen der hohen Lawinengefahr eine Umplanung erforderlich. Letztlich hatte DSV-Bundesausbilder Andreas Zeeh ein gutes Händchen, am Freitag, zwei Tage später als geplant nach St. Antönien im Prättigau zu starten. Nach einer knappen Stunde Zustieg erreichten wir das Berghaus Alpenrösli, ein bestens geführtes Berghaus mit einem geräumigen Matratzenlager und guter Sanitärausstattung.

Bei strahlendem Sonnenschein und 25 Zentimeter Neuschnee starteten wir nach einer kurzen Mittagspause in südlicher Richtung zum Schollberg-Nordgipfel mit 2543 m. Ein gemächlicher Anstieg über ein schattiges Kar zum immer steiler werdenden Gipfelaufbau bot die Gelegenheit, sich an die Anforderungen der kommenden Tage zu gewöhnen. Die Lawinenlage ließ es zu, statt der Aufstiegspur den rassigen Nordhang bei bestem Pulverschnee für die Abfahrt zu wählen. In der Sonne des späten Nachmittags konnte man die Vilsbiburger Wedelkünste auch noch von der Hütte aus bei einem Bier genussvoll erkennen.

Für Samstag war die Sulzfluh mit 2812 m als Höhepunkt des Tourenwochenendes geplant. Der Anstieg begann unmittelbar hinter dem Quartier. Es schloss sich eine längere Hangquerung an, ehe eine Steilstufe mit den Skiern auf dem Rucksack zu Fuß bewältigt werden musste. Mehrere Gruppen waren bereits unterwegs, um den bekanntesten Berg dieser Gegend zu besteigen. In reichlich Spitzkehren ging es von der Westseite zum eher flach ausgebildeten Gipfel hoch. Von der Südseite her betrachtet, schien der Berg unbezwingbar. Für die Abfahrt bot sich leicht aufgeweichter Neuschnee, der jedoch in weiten Stücken gut bis traumhaft zu fahren war. Die Wetterprognosen für den Sonntag sollten gerade noch ausreichen, um den dritten Tag auch noch zum tollen Erlebnis werden zu lassen.

Tourenführer Andreas Zeeh schlug das Madrisahorn mit 2826 m vor und setzte damit einen neuen Höhepunkt für dieses Wochenende. Die Herausforderungen technischer, wie auch konditioneller Art sind weiter angestiegen. Im Aufstieg verlangte eine Hangquerung über einer Felsengruppe besonders behutsames Vorgehen und den Einsatz von Harscheisen. Der Gipfelaufbau musste mit Skiern auf dem Rücken bestiegen werden, ehe es seitrutschend vom 45 Grad steilen Einstieg in den Hang zur rassigen Nordabfahrt ging. Der Schnee war weiterhin toll, sodass die Tourengeher ihre Wedelkünste voll entfalten konnten. Zum Abschuss des Tourenwochenendes äußerte sich Andreas Zeeh sehr lobend über den enormen Leistungstand der Gruppe und das gute Team, das sich sicherlich im Laufe der gemeinsamen Jahre beachtlich entwickelt hat. Eine gemütliche Einkehr in der Leutkirchner Kulturbrauerei rundete dieses Traumwochenende der Skitourengruppe ab.

Sepp Rettenbeck